Dom Minden  
  MISSIONSPROJEKTE | SRI-LANKA  

Entwicklungshilfe für Sri-Lanka
 
Sri-Lanka / Wadduwa an der Westküste

Die erste schmerzhafte Begegnung gleich nach unserer Ankunft.
Dezember 2004 - Januar 2005

Das vorsichtige Nähern, am Friseur vorbei, in den Weg einbiegen, der zu „Minden Village“ führt, mein Entsetzten und voller Bangen als ich die Menschen sehe, Ashoka und die anderen, alle kommen von irgendwo her. Und dann das stumme Weinen. Diese lautlose Trauer! Jeden einzelnen umarmen wir . Sie küssen unsere Wangen und halten uns schüchtern fest. Und immer wieder Die Geste: Alles im Meer! Die Kinder führen uns vorsichtig über die Trümmer. Niemand ist da zum Übersetzten, aber wir sprechen die Sprache der Herzen und sind eins.

Am 26. Dezember 2004 ist mit dem Tsunami die vor einigen Jahren mit Spendengeldern aus Minden und auf Initiative von Christa Ostmeier für die mittel- und obdachlosen Familien errichtete und unmittelbar am Strand gelegene Siedlung „Minden Village“ buchstäblich weggespült worden.
  • 369 Häuser sind teilweise zerstört
  • 215 Häuser sind ganz zerstört
  • ca. 200 Familien wurde ihre Existenzgrundlage genommen, da ihre kleinen Handwerksbetriebe vernichtet wurden.
Father Prasad, der damalige Gemeindepfarrer von Wadduwa, hat mit viel Mühe alle Angaben handschriftlich aufgelistet und alles von seinen ehrenamtlichen Helfern überprüfen lassen. Danach wurde mit der Renovierung der ersten Häuser begonnen. Mit einer Soforthilfe über 30.000 Euro wurden die ersten Häuser renoviert und Notunterkünfte eingerichtet.

Der Wiederaufbau von "Minden Village" beginnt.
August 2005

Gut ein halbes Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südasien freut sich Frau Ostmeier, über das Schreiben, das vor ihr liegt. Unzählige Telefonate, E-Mails und Briefe, der Besuch der Flutopfer in dem kleinen Küstenort waren diesem Brief vorausgegangen, den Erzbischof Oswald Gomis jetzt an den Mindener Propst am Dom, Roland Falkenhahn, geschrieben hat und der einen entscheidenden Satz enthält:

Aller Wahrscheinlichkeit nach habe man ein Stück Land für den Wiederaufbau von Minden-Village gefunden.

Immer wieder hatte es in den Berichten ihres Ansprechpartners in Wadduwa, Father Prasad, in den vergangenen Wochen so ausgesehen, als sei ein Stück Land für den Wiederaufbau gefunden worden. Aber die Regierung hatte der Kirche die Grundstücke immer wieder für eigene Zwecke weggeschnappt. Doch jetzt hat der Erzbischof selbst das Schreiben aufgesetzt und den weiten Fortschritt der Grundstücksverhandlungen beschrieben.

Das Geld für den Wiederaufbau von Minden-Village liegt in der Weserstadt bereit. Mehr als 120.000 Euro haben allein die Leserinnen und Leser des Mindener Tageblattes inzwischen im Rahmen der Aktion „Minden Village soll leben“ gespendete und immer noch werden Spenden verbucht.

Gelder für Sofortmaßnahmen, die den Menschen von Minden Village wenigstens einen ersten Wiedereinstieg in die Normalität ermöglichen, wurden über das Bischofshaus in Colombo, die die Verantwortung der Baumaßnahmen übernommen haben, bereitgestellt.

Father Prasad, Christa Ostmeier, ihr Ehemann Friedhelm und letztlich auch Stephan Kurze von der Mindener Domgemeinde, kontrollieren alle Geldabflüsse genau. Ob der Sack Zement oder anderes Baumaterial, alles in das Spendengelder aus Minden fließt, wird in Wadduwa aufgelistet. Bargeld wird nicht ausgegeben.

Erschöpfung und große Freude
Januar 2006

Eine „interessante, arbeitsreiche, aber auch erfüllende und glückliche Zeit unseres Lebens“ liegt hinter der Mindenerin und ihrem Mann Friedhelm, der seine Frau nach besten Kräften begleitet und unterstützt hat. Und am Ende dieser Zeit seht das, wovon beide vor einem Jahr nur zu träumen gewagt hatten:

Die Einweihung des neuen „Minden Village“

17 Doppelhäuser mit 34 Wohneinheiten, mehr als 200 Menschen haben eine neue Bleibe gefunden.

Das Geld im Sinne der Spender eingesetzt
Über 533.000 Euro sind nach der Flutkatastrophe vom 26. Dezember 2004 auf dem Spendenkonto der Domgemeinde Minden eingegangen.

In dieser Summe enthalten sind:
  • 233.000 Euro von der Aktion „Minden Village soll leben“ (Stichtag 30. September 2012)
  • 240.000 Euro allgemeine Spenden
  • 60.000 Euro für Patenschaften
  • Insgesamt mehr als 2350 namentlich bekannte Einzelspender
  • Gruppen
  • Vereine
  • Firmen und Institutionen aus Minden und Umgebung
  • sowie eine Vielzahl anonymer Spender
Nach Angaben von Domgemeinde-Rendant Stephan Kurze wurden die über 533.000 Euro für folgende Hilfen ausgegeben:

Darin enthalten sind:
  • 235.000 Euro für 34 Doppelhaushälften
  • 115.000 Euro für das St. Mary’s College, Renovierung der Schule und Bau des Aquina Centers
  • 63.000 Euro für Patenschaften
  • 59.000 Euro Organisation, Förderungen, Bauüberwachung etc.
  • 30.000 Euro für die 8 nicht vollständig zerstörten Häuser im alten „Minden Village“
  • 20.000 Euro Spenden vor Ort
  • 11.000 Euro für die Kirchenrenovierung
U.a. wurden weitere Gelder wurden für die nötige Infrastruktur in der neuen Siedlung verwendet, dazu gehören:
  • geteerte Straßen
  • Abwasserrinnen
  • der Anschluss der Häuser an Strom- und Trinkwasserleitungen
  • ein Dorfplatz mit Trinkwasser Brunnen
  • ein Spielplatz für die vielen Kleinkinder in der Siedlung
  • die teilweise Einfriedung des gesamten Areals
  • die Errichtung eines kleinen Büros für die katholischen und buddhistischen Geistlichen


Wir danken allen Spendern und Beteiligten für Ihren großartigen Einsatz!