Die Gestaltung von Gehäuse und Prospekt der Querhausorgel im Mindener Dom lehnt sich in ihrer äußeren Erscheinung bewusst an jene der vorgängig erstellten, mächtigen Orgel im Hauptschiff an. Damit wollten wir vermeiden, dem Dom neue Stilelemente hinzuzufügen. Um mit der visuellen Anziehung des gegenüberliegenden Epithaphs aus der Sicht des Hauptschiffes so wenig wie möglich zu konkurrieren, übten wir auch in Bezug auf die räumliche Ausdehnung des neuen Werkes möglichst Zurückhaltung.
Die sehr vielfältigen Verwendungen - Gottesdienst- und Chorbegleitung, Konzerte, vierhändiges Musizieren, ergänzend zur großen Orgel - bedingten zusätzlich zum unverzichtbaren mechanischen, noch zwei elektrische Spieltische. Diese bringen die geforderte Flexibilität, indem der Organist beispielsweise von verschiedenen Standorten aus die Orgel bedienen und gleichzeitig den Chor dirigieren kann.
Dank der bereits vorhandenen Großorgel kann sich die Querhausorgel ganz auf die „kleinräumige“ Verwendung im seitlichen Querhaus konzentrieren.
Hauptwerk (10 Register) und
Pedal (4 Register) liegen gemeinsam auf einer Lade im Oberbau und garantieren durch ihre erhöhte Position eine weit reichende Abstrahlung des Plenumklanges. Das
Schwellwerk (10 Register) befindet sich im Unterbau der Orgel und somit nahe bei den zu begleitenden Chören und Instrumentalisten. Dies ermöglicht die Unmittelbarkeit und direkte Hörbarkeit, was das gemeinsame Musizieren erleichtert. Mit Hilfe seines sehr wirksamen Schwellkastens ist dieses Manual imstande, Begleitaufgaben in allen dynamischen Stärkegraden zu erfüllen. Die vielseitige Disposition befähigt es aber auch für das klassische Trio- und Cantus-firmus-Spiel.
© Orgelbau Kuhn AG, CH-Männedorf, 2001 -
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